Der grüne Heinzi
Jetzt haben sich die Grünen also erbarmt und in offizielle Worte gepackt, was ohnehin seit Wochen klar ist. Sie rufen ihre Wähler dazu auf, bei der Bundespräsidenten-Wahl für Heinz Fischer zu stimmen. Vorausgegangen ist ein peinlich inszeniertes Hearing, in dem Fischer geloben musste, sich stets brav für Arigona Zogaj einzusetzen. Das fiel ihm freilich nicht schwer, machte er doch das kosvarische Mädchen ohnehin schon einmal von sich aus zum Thema und forderte ein Bleiberecht für sie, während er sich zu wichtigen Themen wie Steuerlüge, Kaputtsparen des Heeres oder dem von den Emanzenpolitikerinnen Heinisch-Hosek und Marek geplanten Kahlschlag in die Familienförderung eisern verschweigt.
 An sich also eine Nullmeldung diese Unterstützungserklärung der Grünen. Das eine oder andere ist dennoch bemerkenswert daran:
 1.) Dass gerade die sonst so auf die Mündigkeit und Intelligenz ihrer Wähler pochenden Grünen diese jetzt bevormunden, mutet seltsam an. Schließlich will uns diese Partei seit jeher weismachen, ihre Anhänger seien besonders gebildet, während die FPÖ-Wähler allesamt „bildungsfernen“ Schichten entstammen würden. Allzu groß ist das Vertrauen in die eigenen Anhänger wohl doch nicht.
 2.) Die Wahlentscheidung wirft einmal mehr ein klares Licht auf den Kandidaten der SPÖ, Heinz Fischer. Zwar verschweigen die Medien weitgehend Fischers nordkoreanische Eskapaden, seinen Sieg-Heil-Ruf im Parlament, seine Verbundenheit mit dem Kinderschänder Otto Mühl, seine literarische Sehnsucht nach dem reinen Marxismus, seine Wahlkampffinanzierung durch einen verurteilten Waffenhändler und seine Rechtfertigung eines Demonstrationsverbots für Kritiker des chinesischen Massakers am Platz des Himmlischen Friedens, die grüne Unterstützung für den amtierende Präsidenten jedoch walzen die Zeitungen breit aus. Bürgerliche Wähler werden dieses Signal verstehen und Klarheit gewinnen, dass dieser Mann weit links steht und daher auch nur von dort seine Stimmen bekommen sollte.
 3.) Auch den ÖVP-Granden dürften angesichts der begleitenden Wortspenden von Grünen-Sprecherin Eva Glawischnig langsam die Augen aufgehen. „Zwischen Rosenkranz und Fischer keinen Unterschied zu sehen, ist eine weitere Stufe in der Verharmlosung des Nationalsozialismus“, wird Glawischnig zitiert.
Damit ist auch das nächste Ziel des grünen Amoklaufs mit der Faschismuskeule preisgegeben. Die radikalen Kräfte der weitgehend linksextremen Grün-Partei (und auch Teile der SPÖ) wollen allen an den Kragen, die noch irgendwie bürgerlich sind. Man muss gar nicht mehr deklariert rechts stehen, um in den zweifelhaften Genuss zu kommen, braun angepatzt zu werden. Es darf angenommen werden, dass auch Heinz Fischer hinter solchen Aussagen steht, lässt er sich doch bereitwillig unterstützen. Wenn der frühere Nationalratspräsident Andreas Khol von der ÖVP ihn, aber nicht Barbara Rosenkranz als „bürgerlich“ bezeichnet, kann man Kohl getrost Altersfehlsichtigkeit diagnostizieren.
Nach näherer Betrachtung hat der Bundespräsidenten-Wahlkampf durch die Empfehlung der Grünen eine entscheidende Wendung genommen. Heinz Fischer ist damit offiziell bestätigt der Kandidat all jener Kräfte, die Demokratie verengen und Meinungsfreiheit einschränken wollen, um dann in einem Spektrum von halblinks bis ganzlinks ihre vielgepriesene Toleranz walten zu lassen.


