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	<title>Martin Graf - Dritter Präsident des Nationalrates &#187; Familienbesteuerung</title>
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		<title>Anschläge auf die Familie</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 11:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Graf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was der Staat in finanziell guten Zeiten den Familien (endlich) gab, das will er ihnen nun wieder wegnehmen, weil in der Krise gespart werden muss. Als erstes Opfer wird schon die 13. Familienbeihilfe an den Altar der Finanzkrise herangeführt. Und wenn schon die Familie erstes Opfer eines finanziellen Kahlschlags werden soll, dann aber auch ideologisch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was der Staat in finanziell guten Zeiten den Familien (endlich) gab, das will er ihnen nun wieder wegnehmen, weil in der Krise gespart werden muss. Als erstes Opfer wird schon die 13. Familienbeihilfe an den Altar der Finanzkrise herangeführt. Und wenn schon die Familie erstes Opfer eines finanziellen Kahlschlags werden soll, dann aber auch ideologisch richtig. Und so schlägt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek vor, doch die längste Bezugsvariante für das Kindergeld einfach zu streichen. Als Argumentationshilfe dient eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts samt Autorin, die meint, Frauen, die lange bei ihren Kindern zu Hause bleiben, seien die in sie investierten Bildungsausgaben nicht wert.</p>
<p>Die alte rote Leier also: Kinder weg von der Familie und hinein ins fröhliche Kollektiv, möglichst schon von der Krabbelstube weg. Die Rahmenbedingungen werden so ausgestaltet, dass Frauen de facto keine Wahl mehr haben. Einerseits werden die finanziell ausgehungert, weil es noch immer keine faire Familienbesteuerung in unserem Land gibt und nun sogar die 30monatige Kindergeld-Variante gestrichen werden soll, die im übrigen bei den Familien die mit Abstand beliebteste ist. Andererseits haben auch Frauen, die sich völlig der Erziehung von – vielleicht sogar mehreren – Kindern kümmern wollen, bald wenig von ihrem Nachwuchs. Wenn in Wien bald die flächendeckende Ganztagsschule eingeführt wird, beschränkt sich der Kontakt mit den Kindern bald auf Frühstück und Abendessen.</p>
<p>Was in Krisenzeiten besonders, in Österreich aber auch sonst fehlt, ist die langfristige Perspektive. Nur mehr Kinder werden unsere Gesellschaft und unseren Sozialstaat erhalten können. In den Gemeinden spürt man bereits die Macht der Demographie. Erhöhte Kosten vor allem für die Altenpflege drücken die Bilanzen ins Minus. Daher kann und muss man über Sparmaßnahmen in allen Bereichen diskutieren, aber genau hier nicht. Österreich muss sich endlich wandeln in ein familien- und kinderfreundliches Land. Das braucht Geld. Das braucht aber auch einen Einstellungswandel. Wenn erziehenden Müttern von staatsnahen Wirtschaftsforschern unwidersprochen vorgeworfen werden kann, sie würden Bildungsausgaben vergeuden, dann ist zweifellos etwas faul. Das zeigt sich auch am Wahlkampf für das Amt des Bundespräsidenten, wo Barbara Rosenkranz Vorwürfe fernab jeder politischen Bewertung ihrer Person und ihrer Werte einstecken – wo manche sich nicht entblöden, ihre Mutterschaft und ihren Familiensinn als Argument gegen die Kandidatin ins Treffen zu führen. Ihre Wahl wäre wohl das bestmögliche Zeichen für einen Einstellungswandel in unserer Gesellschaft.</p>
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