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	<title>Martin Graf - Dritter Präsident des Nationalrates &#187; Pressefreiheit</title>
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		<title>Pressefreiheit in Ungarn und anderswo</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 15:42:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Graf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ungarn muss sich erneut die Kritik zahlreicher internationaler Medien gefallen lassen. Wieder geht es um Fragen des Journalismus und der Pressefreiheit, in denen sich die Redakteure von Spiegel bis Standard zu besonderer Solidarität mit ihren ungarischen Kollegen aufgerufen fühlen. War es zunächst das Mediengesetz, das die Redaktionen zu objektiver Berichterstattung anhält, so sind es jetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ungarn muss sich erneut die Kritik zahlreicher internationaler Medien gefallen lassen. Wieder geht es um Fragen des Journalismus und der Pressefreiheit, in denen sich die Redakteure von <em>Spiegel</em> bis <em>Standard</em> zu besonderer Solidarität mit ihren ungarischen Kollegen aufgerufen fühlen. War es zunächst das Mediengesetz, das die Redaktionen zu objektiver Berichterstattung anhält, so sind es jetzt personelle Einschnitte beim staatlichen Rundfunk. Ein Drittel der 2400 Bediensteten muss abgebaut werden. Grund dafür sind freilich immense Schuldenberge der öffentlich-rechtlichen Sender, die sie nun zu Einsparungen zwingen. Hierzulande wird das als politische Säuberungsaktion verkauft, durch die regierungskritische Journalisten in die Arbeitslosigkeit gezwungen würden. Zwischen den Zeilen wird da zwar da und dort verschämt angemerkt, dass beileibe nicht nur prononcierte Regierungskritiker von den Kündigungen betroffen sind, aber so lange auch nur ein einziger darunter ist legitimiert das in den Augen der Schreiber offenbar eine Kampagne gegen die in den Augen vieler Vertreter der Zunft falsch regierten Ungarn.</p>
<p>In Österreich wäre eine solche Vorgangsweise nicht möglich, das steht außer Zweifel. Regierungskritische Journalisten aus dem ORF zu entfernen, ist völlig undenkbar in unserer so hoch entwickelten Demokratie, denn es gibt längst keine mehr. Der ORF ist heute ein Sammelsurium ideologisch gefestigter Linker, die unter stiller Duldung aller anderen – ob sie nun unpolitisch oder ÖVP-nahe sind – das Regiment führen. Viele Redaktionsleiter bis hinauf zum aktuellen Chefredakteur Fritz Dittlbacher haben selbstverständlich die Mitarbeit beim einstigen SPÖ-Organ <em>Arbeiterzeitung</em> im Lebenslauf stehen, auch der Leiter des Innenpolitik-Magazins Report, Robert Wiesner. Andere haben wesentlich radikalere Wurzeln: Etwa der vormalige Leiter des Weltjournals, Franz Kössler, der seine Karriere beim italienischen Kommunistenblatt <em>Il Manifesto</em> begann, oder EU-Korrespondent Raimund Löw, der seinerzeit ein Uni-Mandat der Gruppe Revolutionärer Marxisten innehatte.</p>
<p>Löw war es auch, der für den jüngsten ORF-Eklat sorgte, als er vermeinte, Marine Le Pen in Brüssel eine mit der Unterstellung fehlender Abgrenzung der FPÖ zum Nazi-Regime gespickte Frage stellen zu müssen. Bei einem Blick auf die politischen Wurzeln des Journalisten darf das nicht verwundern. Da passt es auch ins Bild, dass ein solcherart politisch motivierter ORF mit Wonne die abstrusen Bekennerschreiben einer linksbewegten Internet-Verbrecherbande publiziert, wenn diese wieder einmal die FPÖ-Webpräsenz ins Visier nimmt. Und ebenso liegt es voll auf Linie, wenn sich nun der ORF zur medialen Speerspitze jener Kräfte macht, die das grauenhafte Attentat von Oslo und seine Opfer dafür instrumentalisieren, die Freiheitlichen mitverantwortlich zu machen.</p>
<p>Während die Regierenden – von denen aktuell allerdings nur die SPÖ das Spiel auf diesem Klavier beherrscht – im ORF dank seiner politischen Abhängigkeit direkt für die „richtigen“ Personalentscheidungen und die entsprechende Berichterstattungen sorgen können, geschieht dies in den Zeitungsredaktionen via Meinungskauf über Inserate. Das treibt mitunter auch humoristisch wertvolle Blüten wie jene, dass unser wirtschaftpolitisch völlig unbeleckter Bundeskanzler im Fellner-Blatt <em>Österreich</em> dargestellt wird, als habe er den Euro im Alleingang gerettet. Insgesamt sind die Auswirkungen der Steuerung durch Regierungsinserate aber verheerend, weil sich kaum eine größere Zeitung dem entziehen kann.</p>
<p>Diejenigen, die nun Ungarn wegen angeblich mangelnder Pressefreiheit ins Visier nehmen, sollten sich daher fragen, wie frei sie hierzulande selbst in der Ausübung ihres Berufs sind. Die Vorstellung von Freiheit in der heimischen Medienlandschaft fußt wohl auf dem verbreiteten Irrtum, den viele Linke begehen, wenn sie das geflügelte Wort von Rosa Luxemburg über die Meinungsfreiheit für Andersdenkende interpretieren. Die Andersdenkenden sind nämlich in ihrem Schema stets nur sie selbst, genauso wie die kritischen Geister. Dass unter diesen Voraussetzungen der Meinungspluralismus in den Medien zu kurz kommt, ist klar, stört die Akteure in einem homogenen Umfeld jedoch kaum.</p>
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		<title>Pressefreiheit In Gefahr?</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 12:06:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Graf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Lautstark wird von Journalisten derzeit der Zustand der Pressefreiheit beklagt. Tatsächlich steht es um diese wesentliche Errungenschaft der bürgerlichen Revolution von 1848 nicht zum Besten. Aber nicht deshalb, weil ein Gericht den ORF zur Heraususgabe einiger Fernsehbänder zwingen will. Hier geht es lediglich darum zu untersuchen, ob der ORF beim Dreh zu seiner Neonazi-Reportage Szenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lautstark wird von Journalisten derzeit der Zustand der Pressefreiheit beklagt. Tatsächlich steht es um diese wesentliche Errungenschaft der bürgerlichen Revolution von 1848 nicht zum Besten. Aber nicht deshalb, weil ein Gericht den ORF zur Heraususgabe einiger Fernsehbänder zwingen will. Hier geht es lediglich darum zu untersuchen, ob der ORF beim Dreh zu seiner Neonazi-Reportage Szenen aufgenommen hat, die unter das Verbotsgesetz fallen, oder ob der Redakteur die Protagonisten gar zu solchen Szenen angestiftet hat. Das hat nichts mit Redaktionsgeheimnis oder Informantenschutz zu tun. Wenn sich der ORF hier hinter der Pressefreiheit verschanzt, dann ist er klar im rechtlichen Abseits.</p>
<p>Worunter die Pressefreiheit tatsächlich leidet, ist der massive Meinungskauf durch die Regierungsparteien, der seit Jahren immer intensiver stattfindet. Viele Zeitungen wären heute ohne die Inserate aus den zahlreichen Imagekampagnen von Ministern nicht mehr lebensfähig. Dazu kommen gerade in Wahlzeiten haufenweise Werbeeinschaltungen aus der wirtschaftlichen Umgebung der Politik, von der Asfinag, den ÖBB oder in Wien von Wiener Linien und Wien Energie, die seit dem Sommer ihre Werbeaktivitäten verdreifacht haben.</p>
<p>Wer so vie gibt, der will auch etwas dafür haben: wohlwollende Berichterstattung über die eigene Partei und entsprechend aggressive Artikel über die politischen Mitbewerber. Das verhindert Objektivität und setzte jeden einzelnen Redakteur unter den wirtschaftlichen Druck, durch einen unbotmäßigen Artikel gleich den eigenen Arbeitsplatz – und im schlimmsten Fall auch den der Kollegen – zu riskieren. So wurde in Wien kürzlich das Bezirksjournal kommentarlos vom Markt genommen – just jene Zeitung, die zahlreiche Verfehlungen der roten Wiener Stadtpolitik aufgedeckt hatte. Über diese Zustände schweigen sich die Journalisten allerdings aus, genauso wie es ihnen kein besonders Anliegen ist, das drohende Terrorismus-Präventionsgesetz samt geplantem Anschlag und Meinungs- und natürlich auch Pressefreiheit zu verhindern.</p>
<p>Dies sind allerdings die Zukunftsfragen des Journalismus, denen sich auch seine Standesvertreter unabhängig von aktuellen Anlassfällen widmen sollten. Um Meinungskauf zu verhindern, bedarf es eines neuen, besseren Systems der Presseförderung, das auch die Online-Medien umfassen sollte. Eine breite Diskussion darüber ist überfällig und sollte der Pressefreiheits-Debatte über den konkreten Anlassfall folgen. Sind Journalisten daran nicht interessiert, provozieren sie den Verdacht, dass sie mit Hofberichterstattung ganz gut leben können.</p>
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		<title>Pressefreiheit in Gefahr</title>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 07:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Graf</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Barbara Rosenkranz]]></category>
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		<category><![CDATA[Terrorismuspräventionsgesetz]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang dieser Woche wurde der internationale Tag der Pressefreiheit gefeiert. Selbstredend sahen alle Wortspender zu diesem Thema die Pressefreiheit in irgendeiner Weise in Gefahr. Die Gewerkschaft kritisierte zu niedrige Gehälter und konstruierte daraus eine wirtschaftliche Abhängigkeit der Redakteure. Der Österreichische Journalisten-Club wetterte gegen das Sicherheitspolizeigesetz und das Mediengesetz, die in Österreich die Pressefreiheit zu stark einschränken würden, und forderte Ausnahmen von der von der EU angeordneten Vorratsdatenspeicherung. Diese Einwände haben zweifellos ihre Berechtigung, gehen aber am Kern des Problems weit vorbei.</p>
<p>Die Gefahren für die Pressefreiheit lauern heute anderswo. Die Deutsche Burschenschaft weist in einer Erklärung mit Recht auf subtile Denkverbote hin, die durch den Prozess der „Political Correctness“ und den Versuch selbsternannter Tugendwächter im Bemühen entstünden, missliebige Inhalte und Meinungen in der Medienöffentlichkeit zu unterdrücken. Hier richtet sich die Kritik jedoch in erster Linie an die Journalisten selbst. Sie sind es, die selbst die Grenzen der Meinungsfreiheit immer enger ziehen und kampagnenartig gegen Menschen losschlagen, die es wagen, die ausgetrampelten Pfade zu verlassen. Siehe zum Beispiel die deutsche Moderatorin Eva Herman oder auch Bundespräsidentschafts-Kandidatin Barbara Rosenkranz.</p>
<p>Mittlerweile soll diese „Political Correctness“ sogar gesetzlich abgesichert werden. Das sogenannte Terrorismuspräventionsgesetz, das sich nur sehr am Rande mit Terrorismus, dafür umso intensiver mit der Beschneidung der Meinungsfreiheit beschäftigt, hat bereits den Ministerrat passiert und soll demnächst dem Parlament vorgelegt werden. Wer fortan jedwede Gruppen kritisiert, die sich nach ethnischen, religiösen oder weltanschaulichen Kriterien oder auch anhand der sexuellen Orientierung definieren, steht mit einem Fuß im Kriminal. Soweit wollten es dann selbst die Journalisten nicht treiben – oder zumindest einige von ihnen – und schreiben daher gegen den Gesetzesentwurf an. Das erinnert allerdings sehr an die Bemühungen von Goethes Zauberlehring, die selbst gerufenen Geister wieder loszuwerden.</p>
<p>Eine andere Gefahr für die Pressefreiheit liegt im Bereich der Wirtschaft. Die immer stärkere Konzentration beim Medienbesitz ist jeder Vielfalt abträglich – umso mehr, wenn die Eigentümer im Einflussbereich politischer Parteien stehen, wie etwa der Raiffeisenkonzern, der vielfach mit der ÖVP verbandelt ist.</p>
<p>Schließlich trägt auch die Politik ihren Teil zur Schwächung der Pressefreiheit bei. Die wirtschaftliche Abhängigkeit vieler Medien von Förderungen oder – noch schlimmer – von Inseraten der Parteien oder staatsnaher Betriebe steuert ohne Zweifel die Berichterstattung in die von den Auftraggebern gewünschte Richtung. Der Österreich-Korrespondent der „Neuen Zürcher Zeitung“, Charles E. Ritterband, sprach dieses Phänomen beim „European Newspaper Congress in Wien direkt an: „Da werden der Journalismus und das Wohlwollen direkt finanziert. Ich halte diese Abhängigkeit für sehr bedenklich.“</p>
<p>Wer diese Kritik hören wollte, musste freilich die Veranstaltung besuchen oder die Pressemeldung des Veranstalters lesen. Dass keine einzige Zeitung die diesbezüglichen Ausführungen Ritterbands für druckreif hielt, kann in diesem Fall wohl als Beweis ihrer Richtigkeit angesehen werden.</p>
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