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	<title>Martin Graf - Dritter Präsident des Nationalrates &#187; Studieneingangsphase</title>
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		<title>Fehlmanagement an den Universitäten</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 07:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Graf</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Christoph Badelt]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Rahmenbedingungen, die der Staat derzeit für die Universitäten schafft, sind wahrlich suboptimal. Es herrscht notorischer Geldmangel, die letzte Novelle des Uni-Gesetzes war ein großer Schritt in die falsche Richtung, und zudem wurden die letzten Monate mit einem Hochschul-Dialog vergeudet, der allen Beteiligten viel Zeit abverlangt, ohne je konkrete Ergebnisse hervorzubringen.
In dieser Phase waren die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rahmenbedingungen, die der Staat derzeit für die Universitäten schafft, sind wahrlich suboptimal. Es herrscht notorischer Geldmangel, die letzte Novelle des Uni-Gesetzes war ein großer Schritt in die falsche Richtung, und zudem wurden die letzten Monate mit einem Hochschul-Dialog vergeudet, der allen Beteiligten viel Zeit abverlangt, ohne je konkrete Ergebnisse hervorzubringen.</p>
<p>In dieser Phase waren die Manager der Universitäten gefordert. Doch die Rektoren zeichneten sich nicht durch jene Kreativität aus, die erforderlich ist, um auch mit bescheidenen Mitteln Großes zu erreichen. Im Gegenteil: Sie betätigten sich noch als Krisenverstärker, erhöhten nur das Tempo, mit dem sie ihre Unis frontal gegen die Wand rasen ließen, um die Situation bedrohlich genug erscheinen zu lassen für möglichst radikale Zugangsbeschränkungen.</p>
<p>Solche wie sie etwa der WU-Rektor Christoph Badelt derzeit umsetzt &#8211; jener Mann, der nach jedem Budgetbeschluss zufrieden ist und der Regierung lobende Worte spendet, um dann kaum zwei Wochen später zum Lamento anzuheben, das sich im Laufe des Jahres immer mehr verstärkt. Jetzt will er in die schon bestehende Studieneingangsphase zusätzlich Hürden einbauen. Badelt fährt ein Notwehrprogramm, so möchte er vermitteln, um den unkontrollierbaren Ansturm neuer Studenten in geordnete Bahnen zu führen.</p>
<p>Doch wer hat ihm aufgetragen, im Rahmen der Hochschulautonomie neue Studienfächer wie „Wirtschaftsrecht“ einzuführen, die zwar keinen konkreten Bedarf am Arbeitsmarkt befriedigen, aber dennoch Tausende zusätzliche Hörer anziehen? Wer hat ihn gezwungen, eine neue Studienordnung zu entwerfen, die jeden Studenten zur Anwesenheit an der Uni von früh bis spät zwingt, wodurch die Hörsäle natürlich permanent überfüllt sind?</p>
<p>Keine Frage, die Rahmenbedingungen sind nicht rosig, aber viele Rektoren tun das Ihre, um die Lage noch weiter eskalieren zu lassen. Dann setzen sie sich auf Pressekonferenzen voll mit Forderungen, ohne auch nur den Hauch einer Gegenleistung anzubieten. Der Vorsitzende der Universitätskonferenz, Hans Sünkel, verlangte zuletzt Eigentum an den Uni-Gebäuden, den Wegfall der Umsatzsteuer, einen Teil der staatlichen Glücksspiel-Einnahmen und flächendeckende Studiengebühren – von der Wiederherstellung des freien Hochschulzugangs im Gegenzug war keine Rede.</p>
<p>Die Perversion auf die Spitze treiben noch die Rektoren der Medizin-Unis mit Überlegungen, den Bewerbern für die schikanösen Aufnahmeprüfungen bis zu 80 Euro Antrittsgeld abzuknöpfen. So wichtig die Autonomie für Österreichs Hochschulen war und ist, so sehr wird sie leider durch Teile der Universitätsleitungen für die eigenen Zwecke und gegen die Interessen der Studenten missbraucht.</p>
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